FAQ
Unsere Hunde
Unsere Hunde kommen aus einem öffentlichen Shelter in Baia Mare, Rumänien. Das Shelter gehört der Stadt, wird jedoch von der Tierschutzorganisation Salvati Animalele unter der Leitung von Monika Bohoni geführt. Im Gegensatz zu vielen anderen öffentlichen Sheltern werden dort keine Hunde getötet. Aktuell leben dort etwa 300 bis 400 Hunde, die ausschließlich über die Animal Police ins Shelter kommen. Von dort aus übernehmen wir Hunde und vermitteln sie weiter nach Deutschland.
Ein öffentliches Shelter ist ein städtisches Tierheim, das verpflichtet ist, eingefangene Straßenhunde aufzunehmen. Die Hunde kommen in der Regel über die Animal Police (Hundefänger) dorthin. Öffentliche Shelter sind häufig überfüllt, haben begrenzte Ressourcen und dienen vielerorts eher der Bestandskontrolle als aktivem Tierschutz. In vielen Regionen sind öffentliche Shelter zudem Tötungsstationen, in denen Hunde nach einer bestimmten Frist eingeschläfert werden. Im Unterschied dazu werden private Shelter meist von Tierschutzorganisationen oder Einzelpersonen geführt und können Tiere unabhängig von Behörden aufnehmen und versorgen.
Eine Besonderheit ist das öffentliche Shelter in Baia Mare, mit dem wir zusammenarbeiten: Es gehört zwar der Stadt, wird aber von der Tierschutzorganisation Salvati Animalele geleitet. Dadurch liegt der Fokus dort stärker auf Versorgung und Tierwohl als in vielen anderen öffentlichen Einrichtungen.
Die Hunde kommen ausschließlich über die Animal Police (Hundefänger) in das öffentliche Shelter. Städte sind verpflichtet, Straßenhunde einzufangen und in öffentliche Tierheime zu bringen. Tierschützer*innen oder Privatpersonen dürfen Hunde nicht selbst in ein öffentliches Shelter bringen. Auch Programme wie Catch-and-Release (Einfangen, kastrieren, wieder freilassen) sind im öffentlichen Sheltersystem nicht erlaubt. Hunde können das Shelter in der Regel nur über eine Vermittlung wieder verlassen.
Hunderassen
In rumänischen Sheltern treffen wir häufig auf bestimmte Rassetypen wie Herdenschutzhunde, Schäferhunde oder Hütehunde. Sie sind wunderschöne und faszinierende Hunde mit besonderen Eigenschaften - aber genau deshalb auch nicht für jeden geeignet. Ihr Verhalten ist stark von ihrer ursprünglichen Aufgabe geprägt und bringt spezielle Ansprüche an Haltung, Erziehung und Umfeld mit sich.
Uns ist wichtig, dass man sich vor einer Adoption gut über diese Rassen informiert und bewusst entscheidet. Denn bei ihnen sollte es nicht nur darum gehen, ob man den Hund schön findet, sondern ob man bereit ist, ihren Bedürfnissen gerecht zu werden und ihnen ein wirklich passendes Zuhause zu bieten.
Herdenschutzhunde sind eigenständige, selbstbewusste Hunde, die ursprünglich gezüchtet wurden, um Herden selbstständig vor Raubtieren zu schützen. Dieses Erbe prägt auch ihr Verhalten heute noch: Sie treffen gern eigene Entscheidungen, handeln instinktiv und sind wachsam und territorial. Fremden gegenüber können sie zunächst zurückhaltend oder misstrauisch sein, ihren Menschen gegenüber jedoch loyal und zuverlässig.
Wichtig ist, dass Herdenschutzhunde eine konsequente, ruhige und souveräne Führung brauchen und klare Strukturen im Alltag kennen. Sie eignen sich nicht für Anfänger und fühlen sich meist in einem Haus mit Garten oder ländlicher Umgebung wohler als mitten in der Großstadt. Wer ihre besonderen Eigenschaften respektiert und sie artgerecht beschäftigt, gewinnt einen treuen Begleiter mit einem starken Charakter.
Schäferhunde sind intelligente, lernfreudige und sehr arbeitswillige Hunde, die ursprünglich für den Schutz und das Treiben von Herden gezüchtet wurden. Sie haben ein hohes Bedürfnis nach Beschäftigung - sowohl körperlich als auch geistig und möchten eng mit ihren Menschen zusammenarbeiten.
Schäferhunde bauen eine enge Bindung zu ihrer Bezugsperson auf und sind meist sehr loyal und aufmerksam. Gleichzeitig brauchen sie klare Regeln, eine liebevoll-konsequente Erziehung und ausreichend Auslastung. Ohne diese können sie schnell unterfordert oder unausgeglichen werden. Wer Freude daran hat, mit seinem Hund zu arbeiten und ihn aktiv in den Alltag einzubinden, findet im Schäferhund einen zuverlässigen und treuen Partner.
Hütehunde sind äußerst intelligente, aktive und arbeitsfreudige Hunde, die dafür gezüchtet wurden, eng mit dem Menschen zusammenzuarbeiten und eigenständig eine Herde zu lenken. Diese Anlagen zeigen sich auch heute noch deutlich: Sie lernen schnell, reagieren sensibel auf Signale und haben oft einen ausgeprägten „Will to please“ – also den Wunsch, mit ihrem Menschen zusammenzuarbeiten.
Damit sie ausgeglichen und zufrieden sind, brauchen Hütehunde sowohl geistige als auch körperliche Beschäftigung und eine Aufgabe im Alltag. Werden sie unterfordert, können sie sich sonst selbst Aufgaben suchen – etwa durch Hüteverhalten gegenüber Menschen oder anderen Tieren. In den richtigen Händen sind sie äußerst treue, aufmerksame und vielseitige Begleiter.
Adoption
Ja, auch Anfänger können bei uns einen Hund adoptieren. Entscheidend ist nicht allein die Erfahrung, sondern vor allem Empathie, Engagement und die Bereitschaft, sich mit den Bedürfnissen eines Hundes auseinanderzusetzen. Wir glauben, dass Erfahrung nicht automatisch Fachwissen bedeutet - und geben daher auch Menschen ohne Vorerfahrung die Chance, einem Hund ein liebevolles Zuhause zu schenken.
Unsere Hunde leben bereits auf Pflegestellen in Deutschland und können dort nach Absprache persönlich kennengelernt werden. So bekommst du einen authentischen Eindruck von ihrem Wesen und gemeinsam können wir einschätzen, ob Mensch und Hund gut zusammenpassen.
Die Schutzgebühr deckt einen Teil der bisher angefallenen Kosten ab, wie z. B. medizinische Versorgung, Impfungen, Kastration, Transport und Pflege. Außerdem möchten wir sicherstellen, dass eine Adoption eine bewusste Entscheidung bleibt - ein Hund ist ein Familienmitglied und kein Geschenk.
Die Schutzgebühr für einen Hund beträgt 500€. Darin enthalten sind unter anderem 150€ Transportkosten pro Hund für die Reise von Rumänien nach Deutschland. Diese beinhalten die Abholung im Shelter, die Vorbereitung der Transportdokumente inklusive behördlicher Kontrollen, die tierärztliche Untersuchung für die Ausreise sowie den Transport zu einem Übergabepunkt in Deutschland.
Zusätzlich deckt die Schutzgebühr die Grundimmunisierung, den EU-Heimtierausweis, die medizinische Grundversorgung sowie die Versorgung der Hunde im Shelter über mehrere Monate, inklusive Futterkosten, ab. Die tatsächlichen Kosten pro Hund liegen im Tierschutz häufig über der Schutzgebühr. Besonders bei zusätzlichen tierärztlichen Behandlungen entstehen schnell Mehrkosten, sodass die Schutzgebühr nur einen Teil der realen Kosten abdeckt.
Das lässt sich pauschal nicht sagen, denn jeder Hund ist individuell. Bei Hunden, die bereits auf einer Pflegestelle mit Katzen zusammenleben, können wir die Verträglichkeit jedoch meist gut einschätzen. Im Zweifel beraten wir dich dazu gerne im Einzelfall.
Nein, ein Garten ist für die Adoption keine Voraussetzung. Hunde können auch ohne Garten artgerecht ausgelastet und glücklich werden. Welche Umgebung am besten passt, hängt immer vom einzelnen Hund ab - manche fühlen sich auch in einer Wohnung in der Stadt wohl, andere benötigen eher ein ruhigeres, ländliches Umfeld.
Wir vermitteln ausschließlich über Pflegestellen, weil wir das für die einzig wirklich verantwortungsvolle Art der Vermittlung halten. Viele unserer Hunde kennen bisher nur das Leben im Shelter oder auf der Straße und reagieren in einer neuen Umgebung ganz unterschiedlich. Auf einer Pflegestelle können sie sich Schritt für Schritt an den Alltag in Deutschland gewöhnen, und wir lernen ihr Verhalten dabei viel besser kennen. Gleichzeitig können Interessenten den Hund vor einer Adoption persönlich treffen und sicherstellen, dass Mensch und Hund wirklich zueinander passen – für einen guten Start in ein gemeinsames Leben.
Wenn du Interesse hast, Pflegestelle zu werden, freuen wir uns sehr über deine Unterstützung! Du kannst dich ganz einfach über unser Formular als Pflegestelle bei uns bewerben – den Bewerbungslink findest du hier
Unsere Pflegestellen haben immer die erste Möglichkeit, einen Hund zu adoptieren, wenn sie das möchten. Wenn du dich während der Pflegezeit in deinen Schützling verliebst, kannst du ihn selbstverständlich selbst übernehmen und ihm ein dauerhaftes Zuhause schenken.
Transport
Vor dem Transport werden die Hunde in Rumänien für die Ausreise vorbereitet. Dazu gehören die Erstellung und Prüfung der Transportdokumente, behördliche Kontrollen sowie eine tierärztliche Untersuchung, die im EU-Heimtierausweis dokumentiert wird. Anschließend reisen die Hunde über organisierte Transportfahrten nach Deutschland.
In Deutschland gibt es verschiedene Übergabepunkte, sodass die Transportwege für die Tiere möglichst kurz gehalten werden. Pflegestellen werden vor dem Transport frühzeitig informiert und erhalten alle wichtigen Informationen zum Ablauf, Abholort und Zeitpunkt. Zusätzlich besprechen wir intern mit den Pflegestellen, worauf bei der Abholung und in den ersten Stunden nach Ankunft besonders geachtet werden sollte.
Gesundheit
Unsere Hunde werden vor ihrer Ausreise medizinisch versorgt und tierärztlich durchgecheckt. Sie sind geimpft, gechipt, entwurmt und reisen mit einem EU-Heimtierausweis aus. Darüber hinaus erhalten sie alle wichtigen Behandlungen und Vorsorgemaßnahmen, die unter den Gegebenheiten vor Ort möglich sind – stets nach bestem Wissen und Gewissen, damit sie gesund und gut vorbereitet in ihr neues Leben starten können.
Giardien sind mikroskopisch kleine Darmparasiten, die bei Hunden Durchfall und Verdauungsprobleme verursachen können. Gerade bei Hunden aus dem Ausland ist es nicht ungewöhnlich, dass sie bei ihrer Ankunft mit Giardien infiziert sind - das ist ganz typisch und kein Grund zur Sorge. Mit konsequenter Hygiene und einer tierärztlichen Behandlung lässt sich das in der Regel schnell und gut in den Griff bekommen. Wichtig ist nur, sich damit im Vorfeld einmal auseinanderzusetzen.
Mittelmeerkrankheiten sind Infektionskrankheiten, die vor allem in süd- und osteuropäischen Ländern vorkommen und durch Parasiten wie Zecken oder Mücken übertragen werden. Dazu zählen z. B. Leishmaniose, Ehrlichiose oder Babesiose. Unsere Hunde werden vor der Ausreise auf diese Krankheiten getestet. Da einige Erreger jedoch eine längere Inkubationszeit haben, empfehlen wir, etwa sechs Monate nach der Ankunft ein weiteres Blutbild machen zu lassen - so kann ein möglicher späterer Ausbruch rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Ob ein Hund kastriert ist, hängt vor allem von seinem Alter ab. Erwachsene Hunde sind in der Regel bereits kastriert, insbesondere wenn sie aus dem Shelter kommen, um eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern. Welpen oder sehr junge Hunde sind selbstverständlich noch nicht kastriert.
